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Re­vi­si­on im Straf­recht

Die Re­vi­si­on im Straf­recht ist re­gel­mä­ßig die letz­te Mög­lich­keit für ei­nen Be­schul­dig­ten oder aber auch für ei­nen Ne­ben­klä­ger, ein Straf­ur­teil zu kor­ri­gie­ren.

Der zen­tra­le Un­ter­schied zum Be­ru­fungs­ver­fah­ren be­steht ver­ein­facht aus­ge­drückt dar­in, dass es sich bei dem Re­vi­si­ons­ge­richt nicht um ei­ne zwei­te Tat­sa­chen­in­stanz han­delt, bei wel­cher noch­mals ei­ne um­fas­sen­de Be­weis­auf­nah­me statt­fin­det. Es er­folgt le­dig­lich ei­ne Über­prü­fung des be­an­stan­de­ten Ur­teils so­wie des Ver­fah­rens­ab­laufs auf Rechts­feh­ler. Hier­aus folgt auch ei­ne der Be­son­der­hei­ten bei der straf­recht­li­chen Re­vi­si­on. Die­se liegt dar­in, dass der Straf­ver­tei­di­ger im Re­vi­si­ons­recht re­gel­mä­ßig über be­son­de­re Kennt­nis­se im ma­te­ri­el­len Straf­recht und ins­be­son­de­re auch im Straf­pro­zess­recht ver­fü­gen muss, um re­vi­si­ons­recht­lich re­le­van­te Feh­ler auf­de­cken und in der für das Re­vi­si­ons­ver­fah­ren in der not­wen­di­gen Form rü­gen zu kön­nen.

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Ef­fek­ti­ve Ver­tei­di­gung im Re­vi­si­ons­recht

Wäh­rend zahl­rei­che Vor­schrif­ten im Straf­ge­setz­buch und auch in der Straf­pro­zess­ord­nung im Lau­fe der Jah­re im­mer wie­der ver­än­dert wur­den, sind die we­sent­li­chen re­vi­si­ons­recht­li­chen Re­geln in der knapp 140 jäh­ri­gen Ge­schich­te der StPO trotz vie­ler Über­le­gun­gen ei­ner Re­form doch im We­sent­li­chen gleich ge­blie­ben. Ver­bun­den da­mit ist ei­ne be­son­de­re Form­stren­ge im straf­recht­li­chen Re­vi­si­ons­ver­fah­ren, de­ren Hür­den es erst ein­mal zu über­win­den gilt, be­vor sich das Re­vi­si­ons­ge­richt über­haupt mit der Be­gründ­etheit ei­ner Re­vi­si­on be­fasst.

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Zu­läs­sig­keit der Re­vi­si­on im Straf­recht

Die Zu­läs­sig­keit der straf­recht­li­chen Re­vi­si­on ori­en­tiert sich nach den §§ 333, 335 StPO. Dem­nach kann die Re­vi­si­on zu­läs­sig ge­gen Ur­tei­le des Land­ge­richts so­wie ge­gen erst­in­stanz­li­che Ur­tei­le der Ober­lan­des­ge­rich­te, aber auch im We­ge der so­ge­nann­ten Sprung­re­vi­si­on ge­gen amts­ge­richt­li­che Ur­tei­le ein­ge­legt wer­den. Wich­tig in die­sem Zu­sam­men­hang zu wis­sen: Wäh­rend bei ei­nem amts­ge­richt­li­chen Ur­teil grund­sätz­lich ein Wahl­recht be­steht, ob das Rechts­mit­tel der Be­ru­fung oder das Rechts­mit­tel der Re­vi­si­on ein­ge­legt wird, kann ge­gen land­ge­richt­li­che Straf­ur­tei­le nur Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­den. Ist es bei amts­ge­richt­li­chen Ur­tei­len häu­fig ei­ne tak­ti­sche Fra­ge, wel­ches der bei­den Rechts­mit­tel ge­wählt wer­den soll (bei­de Mög­lich­kei­ten ha­ben je­wei­li­ge Vor- und Nach­tei­le), ver­bleibt bei ei­ner An­fech­tung des land­ge­richt­li­chen Ur­teils zwangs­läu­fig nur das Re­vi­si­ons­ver­fah­ren.

 

Ei­ne wei­te­re Be­son­der­heit er­gibt sich in der Fall­kon­stel­la­ti­on, dass von ver­schie­de­nen Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten un­ter­schied­li­che Rechts­mit­tel ge­gen ein amts­ge­richt­li­ches Ur­teil ein­ge­legt wer­den (et­wa der An­ge­klag­te wählt das Rechts­mit­tel der Sprung­re­vi­si­on und der Staats­an­walt legt Be­ru­fung ein), so wer­den al­le Rechts­mit­tel ein­heit­lich zu­nächst wie ei­ne Be­ru­fung be­han­delt, was sich aus § 335 Abs. 3 S. 1 StPO er­gibt. Mög­lich ist im Zu­sam­men­hang mit amts­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren im Üb­ri­gen auch, zu­nächst le­dig­lich „Rechts­mit­tel“ ein­zu­le­gen und in­ner­halb der gel­ten­den Fris­ten so­dann spä­ter zu ent­schei­den, ob sel­bi­ges als Be­ru­fung oder Re­vi­si­on ge­führt wer­den soll. Bei land­ge­richt­li­chen Ver­ur­tei­lun­gen ist in­des klar, dass nur das Rechts­mit­tel der Re­vi­si­on ver­bleibt.

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Fris­ten der Re­vi­si­on im Straf­recht

Da es sich beim Re­vi­si­ons­ver­fah­ren um ein sehr for­ma­li­sier­tes Ver­fah­ren han­delt, ist es von enor­mer Wich­tig­keit, sämt­li­che Fris­ten und Form­vor­schrif­ten in die­sem spe­zi­el­len Be­reich ge­nau­es­tens ein­zu­hal­ten. Aus der Ge­set­zes­norm des § 341 Abs. 1 StPO er­gibt sich, dass die Frist für die Re­vi­si­ons­ein­le­gung 1 Wo­che ab Ur­teils­ver­kün­di­gung be­trägt. Die­se Frist ist grund­sätz­lich nicht ver­län­ger­bar. So­fern die Re­vi­si­ons­ein­le­gungs­frist aus­nahms­wei­se schuld­los ver­säumt wor­den sein soll­te, kommt al­ler­dings im Ein­zel­fall ein An­trag auf Wie­der­ein­set­zung in den vor­he­ri­gen Stand in Be­tracht. Dies ist al­ler­dings die ab­so­lu­te Aus­nah­me, auf wel­che man sich kei­nes­falls ver­las­sen soll­te. So­fern die grund­sätz­li­che Ent­schei­dung ge­fal­len ist, ein Ur­teil re­vi­si­ons­recht­lich an­zu­grei­fen, darf kei­ne Zeit ver­lo­ren wer­den. Qua­li­fi­zier­te Be­ra­tung durch ei­nen An­walt im Re­vi­si­ons­recht ist nun­mehr drin­gend er­for­der­lich.

 

Wei­te­re wich­ti­ge Frist ist die so­ge­nann­te Re­vi­si­ons­be­grün­dungs­frist. Die­se be­trägt 1 Mo­nat nach Ur­teils­zu­stel­lung. In der re­vi­si­ons­recht­li­chen Pra­xis be­deu­tet dies, dass auch für den im Re­vi­si­ons­recht tä­ti­gen Straf­ver­tei­di­ger ganz er­heb­li­cher Zeit­druck be­steht. Da die Re­vi­si­ons­be­grün­dungs­frist gleich­falls nicht ver­län­ger­bar ist, muss spä­tes­tens nach Ur­teils­zu­stel­lung al­les un­ter­nom­men wer­den, um so­wohl das Haupt­ver­hand­lungs­pro­to­koll, als auch die schrift­li­che Ur­teils­aus­fer­ti­gung um­fas­send un­ter re­vi­si­ons­recht­li­chen Aspek­ten zu prü­fen und Rechts­feh­ler auf­zu­de­cken.

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Ef­fek­ti­ve Ver­tei­di­gung im Re­vi­si­ons­traf­recht

Die Straf­ver­tei­di­gung im Re­vi­si­ons­traf­recht er­folgt bun­des­weit. Ger­ne kön­nen Sie kurz­fris­tig mit uns in Kon­takt tre­ten.

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Ver­hin­de­rung der Rechts­kraft durch Re­vi­si­ons­ein­le­gung

Wur­de das Rechts­mit­tel der Re­vi­si­on in frist­ge­rech­ter so­wie statt­haf­ter Form ein­ge­legt, hat dies zur Fol­ge, dass das zu­vor ver­kün­de­te Ur­teil einst­wei­len nicht rechts­kräf­tig wird. Die­ser Um­stand kann in der Ver­tei­di­gungs­pra­xis von ganz er­heb­li­cher Be­deu­tung sein, da – et­wa im Fal­le der Ver­ur­tei­lung zu ei­ner Frei­heits­stra­fe – ei­ne Voll­stre­ckung von sel­bi­ger noch nicht er­fol­gen darf. Be­fin­det sich der Be­schul­dig­te zum Ur­teils­zeit­punkt in Un­ter­su­chungs­haft, wird er dies re­gel­mä­ßig auch wäh­rend des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens sein. Ist er in­des auf frei­em Fuß be­las­sen, kann oh­ne Rechts­kraft auch kei­ne re­gu­lä­re La­dung zum Straf­an­tritt er­fol­gen. Eben­so ver­hält es sich bei Ver­ur­tei­lun­gen zu ei­ner Geld­stra­fe. Auch sel­bi­ge sind nicht zur Zah­lung fäl­lig, so­lan­ge das Rechts­mit­tel­ver­fah­ren noch ge­führt wird.

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Be­grün­dung der Re­vi­si­on im Straf­recht – Fach­kom­pe­tenz er­höht die Chan­cen

Form- und frist­ge­recht er­ho­ben ist nach der ein­ge­hen­den Prü­fung des Ur­teils die Ab­fas­sung ei­ner Re­vi­si­ons­be­grün­dung er­for­der­lich. Ins­be­son­de­re an die­ser Stel­le gilt, dass Fach­wis­sen im Re­vi­si­ons­recht ei­nen ent­schei­den­den Vor­teil bie­tet. Ne­ben Kennt­nis über die bun­des­wei­te Recht­spre­chungs­ent­wick­lung ge­hö­ren hier­zu tief­ge­hen­de Kennt­nis­se des Straf­pro­zess­rechts. Wäh­rend es in der In­stanz­ver­tei­di­gung, al­so bei Ver­fah­ren vor dem Amts­ge­richt oder dem Land­ge­richt im Ein­zel­fall ein durch­aus pro­ba­tes Mit­tel sein kann, mit der le­bens­ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung ei­nes An­ge­klag­ten, mit ei­ge­ner Be­weis­wür­di­gung oder mit der Dar­stel­lung der Per­sön­lich­keit des Be­schul­dig­ten zu ar­gu­men­tie­ren, wä­re dies im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren nicht er­folg­ver­spre­chend. Ent­schei­dend ist hier, dass recht­li­che Feh­ler er­kannt und in der vor­ge­schrie­be­nen Form ge­rügt wer­den. Hier­für sind er­neut re­vi­si­ons­recht­li­che Be­son­der­hei­ten zu be­rück­sich­ti­gen, de­ren um­fas­sen­de Dar­stel­lung auf­grund der Kom­ple­xi­tät an die­ser Stel­le nicht mög­lich ist. In all­ge­mei­ner Form kann aber dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass die Re­vi­si­ons­be­grün­dung letzt­lich aus zwei Tei­len, näm­lich dem Re­vi­si­ons­an­trag so­wie der Recht­fer­ti­gung des An­trags be­steht. Im Rah­men des Re­vi­si­ons­an­trags wird aus­ge­führt, ob mit der Re­vi­si­on die Auf­he­bung des Ur­teils im ge­sam­ten oder im be­schränk­ten Um­fang be­an­tragt wird. Bei der Recht­fer­ti­gung des An­trags muss in­des vor­ge­tra­gen wer­den, ob die Ver­let­zung von for­mel­len Recht (Ver­fah­rens­rü­gen) oder die Ver­let­zung ma­te­ri­el­len Rechts (Sach­rü­gen) gel­tend ge­macht wird. Mög­lich ist na­tür­lich auch bei­des. Mit der Ver­fah­rens­rüge kann – ver­ein­facht aus­ge­drückt – der Weg be­an­stan­det wer­den, auf wel­chem das Tat­ge­richt zu sei­nen Fest­stel­lun­gen und zu sei­nem Ur­teil ge­langt ist. Die Sach­rü­ge ist hin­ge­gen auf Män­gel des Ur­teils selbst ge­rich­tet.

 

Ge­ra­de an die Dar­stel­lung von Ver­fah­rens­rü­gen stellt der Bun­des­ge­richts­hof äu­ßerst stren­ge An­for­de­run­gen. We­sent­li­cher Kern hier­bei ist, dass der Re­vi­si­ons­füh­rer den ge­sam­ten für die Be­gründ­etheit der Ver­fah­rens­rüge re­le­van­ten Sach­ver­halt voll­stän­dig vor­tra­gen muss, oh­ne dass ein Ver­weis auf Ak­ten­be­stand­tei­le zu­läs­sig ist. So­dann ist vom An­walt im Re­vi­si­ons­recht ei­ne recht­li­che Wür­di­gung vor­zu­neh­men, in wel­cher ex­pli­zit dar­zu­le­gen ist, wor­in der kon­kre­te Rechts­feh­ler liegt und wes­halb das Ur­teil auf sel­bi­gem be­ruht.

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Ur­teils­auf­he­bung durch er­folg­rei­che Re­vi­si­on

Wur­de die Re­vi­si­on um­fas­send er­folg­reich ein­ge­legt, wird das an­ge­foch­te­ne Ur­teil auf­ge­ho­ben und die Sa­che in al­ler Re­gel zur er­neu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an ei­ne an­de­re Straf­kam­mer des Land­ge­richts bzw. im Fal­le der Sprungs­re­vi­si­on an ei­nen an­de­ren Einzelrichter/anderes Schöf­fen­ge­richt des Amts­ge­richts zu­rück­ver­wie­sen. Es be­steht al­so in die­sem Fall nicht die Ge­fahr, dass noch­mals der glei­che Rich­ter mit dem iden­ti­schen Vor­gang be­fasst wird. Aus der Er­fah­rung im Be­reich der bun­des­wei­ten Straf­ver­tei­di­gung lässt sich sa­gen, dass mit ei­ner er­folg­rei­chen Re­vi­si­ons­ent­schei­dung „im Rü­cken“ häu­fig in der Neu­auf­la­ge des Pro­zes­ses ein deut­lich bes­se­res Re­sul­tat zu er­rei­chen ist. Letzt­lich be­steht dar­in auch ge­nau die Ziel­set­zung des Rechts­mit­tel­ver­fah­rens.

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Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zum Re­vi­si­ons­straf­recht

Ablauf Revisionsverfahren

Ab­lauf Re­vi­si­ons­ver­fah­ren

Er­folgs­aus­sich­ten der Re­vi­si­on

Re­vi­si­ons­ver­fah­ren ABC & FAQ

Vi­ta Rechts­an­walt Stef­fen Lind­berg

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Ef­fek­ti­ve Ver­tei­di­gung im Re­vi­si­ons­traf­recht

Die Straf­ver­tei­di­gung im Re­vi­si­ons­traf­recht er­folgt bun­des­weit. Ger­ne kön­nen Sie kurz­fris­tig mit uns in Kon­takt tre­ten.